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Die Äbte am Tibet-Institut Rikon

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Die Äbte am Tibet-Institut wurden jeweils von S.H. dem Dalai Lama bestimmt. Bis heute amteten vier hochgelehrte Meister:

Ew. Geshe Gedün Sangpo

Foto Der Ew. dritte Abt, Geshe Gedün Sangpo, Gelug, wird 1917 in Gartse, Amdo, geboren. Siebenjährig beginnt er am Kloster Rongpo die Ausbildung in tibetischer Schrift und buddhistischen Ritualen. Mit sechzehn macht er sich zu Fuss auf, um an der Klosteruniversität Ganden zu studieren. Dort trifft er den berühmten Gelehrten, Geshe Sherab, der ihn als Schüler annimmt. Bei ihm studiert er die fünf klassischen Werke des Buddhismus (Prajnaparamita, Madhyamika, Vinaya Sutra, Abhidharma Kosa, Pramana). Auf Pilgerreisen meditiert er an vielen Retreatstätten in den Bergen. 1959 verlässt er Tibet und setzt seine Studien in Buxar/Nordindien fort. Dort erwirbt er 1975 den Titel eines Geshe Lharampa. Er ist Lehrer am Central Institute of Higher Tibetan Studies in Varanasi, bis ihn S.H. der Dalai Lama als Abt von Ganden Jangtse Dratshang beruft. Er wird Leiter des Centre for Higher Tibetan Studies in Mont Pélerin. 1979 ernennt ihn S.H. der Dalai Lama zum 3. Abt des Klösterlichen Tibet-Institutes. Dieses Amt bekleidet er bis zu seinem Tod am 4. November 1995.

Ew. Geshe Tamdin Rabten

Foto Der Ew. zweite Abt, Geshe Tamdin Rabten, Gelug, wird 1921 in Kham/Osttibet geboren. Er studiert an der Klosteruniversität Sera als Schüler von Geshe Khedup und erwirbt den Titel eines Geshe Lharampa, was so viel bedeutet wie Doktor der Buddhistischen Philosophie. Für das Studium und die Meditation nimmt er unglaubliche Strapazen auf sich. Nach seiner Flucht aus Tibet lebt er bei Dharamsala im Retreat, bis ihn S. H. der Dalai Lama zu seinem persönlichen Berater in philosophischen Fragen ernennt. 1969 beginnt er mit Belehrungen für westliche Interessierte und wird so Wegbereiter der vollständigen Lehre des Buddha im Westen. Er versteht es, die schwierigsten Sutras und Tantras für östliche und westliche Zuhörer gleichermassen auf verständliche Weise zu formulieren. Am 24. September 1975 tritt er auf Wunsch S.H. sein Amt als zweiter Abt des Tibet-Institutes an, des einzigen tibetischen Klosters S.H. des Dalai Lama im Westen, und bekleidet es bis 1979. 1977 gründet er das buddhistische Zentrum Tharpa Choeling (jetzt Rabten Choeling), dem er bis zu seinem Tod am 27. Februar 1986 ebenfalls als geistlicher Leiter vorsteht.

Ew. Geshe Ugyen Tseten

Foto Der Ew. erste Abt, Geshe Ugyen Tseten, Gelug, wird 1914 in Dagyab/Osttibet geboren. Ein chinesischer Lama, der aus der Hand lesen kann, rät ihm schon früh, Mönch zu werden. Doch erst 1933 macht er sich heimlich auf nach Lhasa, tritt ins Kloster Sera ein und beginnt mit dem Studium. 25-jährig nimmt er von Purbutschok Dschampa Rinpoche, einem Tutor des 13. Dalai Lama, die vollen Mönchsgelübde. Nach der letzten Prüfung, die als öffentliche Debatte stattfindet, erhält er 1958 den Titel eines Geshe Lharampa. 1959 geht er ans Tantra-Kolleg. Als der 14. Dalai Lama flieht, verlässt auch er Tibet und kommt in Indien nach Buxar, einem ehemaligen englischen Gefangenenlager. Dort leben und studieren über 1’000 Mönche. 1967 sendet S.H. der Dalai Lama ihn mit vier weiteren Mönchen in die Schweiz, um das neu zu gründende Kloster in Rikon zu leiten. Nach sechs Jahren als Abt des Klösterlichen Tibet-Institutes übernimmt er 1974 die Leitung des Tantra-Kollegs in Indien. 1977 zieht er sich in der Schweiz für ein fünfjähriges Yamantaka-Retreat zurück. Heute lebt er im Kloster Sera in Indien.